Die meisten Archäologinnen und Frühhistoriker finden eine Stelle in der Denkmalpflege, im Heimatschutz, in archäologischen Diensten oder in Museen. Gut ein Fünftel bleibt nach Studienabschluss vorerst an der Hochschule. In anderen Beschäftigungsfeldern sind Archäologen nur sehr vereinzelt anzutreffen.
Nicht «nur» studieren
Für die meisten Frühhistorikerinnen und Archäologen ist eine Tätigkeit im Archäologischen Dienst, im Museum oder in der Kulturgüterbewahrung das eigentliche Studienziel. Feste Stellen aber sind Mangelware. Je intensiver schon während des Studiums der Kontakt zu späteren Arbeitsgebieten gepflegt wurde – (Bachelor-), Masterarbeit oder Dissertation, durch ehrenamtliche Engagements oder Nebenjobs in kulturellen Institutionen – desto günstiger sind die Berufschancen nach Studienabschluss. Der Einstieg erfolgt in der Regel über Praktika oder Teilzeitstellen.
Wissenschaftliche Laufbahn
Gut zehn Prozent der Absolventen verfolgen nach Abschluss des Studiums zunächst ihre wissenschaftliche Laufbahn weiter. Assistenzstellen an der Hochschule ermöglichen ihnen, ein Thema vertieft zu erforschen und eine Dissertation zu verfassen. Wie hat sich die griechische Vorstellung der Artemis zum römischen Bild der Diana gewandelt? Welche Hinweise geben Ausgrabungen über die Entwicklung der Landwirtschaft in Mesopotamien? Was wissen wir über die Gesellschaft im Südwestiran um 4000 vor Christus? Assistenten, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Dozenten analysieren, interpretieren und dokumentieren Schätze aus vergangenen Zeiten, sie planen Grabungen und beteiligen sich an ihnen, sie werten Fundstücke aus und vergleichen sie mit jenen aus anderen Zeiten oder Orten. Neben dieser Forschungsarbeit sind sie für die Betreuung der Studierenden mit verantwortlich, sie beantworten Fragen, organisieren Seminare und Symposien, halten Tutorate und korrigieren Semesterarbeiten.
Denkmalpflege, Heimatschutz
Denkmalpflege und Heimatschutz sind zuständig für die Inventarisierung, Bewertung und Dokumentation von Kulturgütern. Archäologinnen und Altertumswissenschaftler/innen erstellen Fachgutachten und beraten Denkmaleigentümer, Architektinnen und Restauratoren, sie beurteilen Subventionsgesuche und führen Unterschutzstellungs-Verhandlungen, sie beantworten wissenschaftliche Anfragen und publizieren Informationsmaterial.
Archäologische Dienste
Die Archäologischen Dienste der Kantone erforschen und bewahren die Kulturgüter der frühen lokalen und regionalen Zivilisationen. Archäologinnen und Archäologen sind bei Grabungsarbeiten und bei der Aufarbeitung von Fundgegenständen beteiligt. Sie sondieren das Gelände, um abzuklären, wo nach eventuellen Fundstellen gesucht werden soll. Sie sind für die Organisation und die Durchführung der Ausgrabungsarbeiten zuständig und halten die einzelnen Arbeitsphasen fotografisch und zeichnerisch fest. Der grösste Teil der Arbeit findet dann im Labor und am Schreibtisch statt, wo die Fundgegenstände präpariert und zu Studien- und Ausstellungszwecken konserviert und dokumentiert werden.
Archive, Bibliotheken, Museen
Ein wissenschaftliches Tätigkeitsfeld für Archäologinnen bietet sich auch in Archiven, Bibliotheken und Museen. Die Bestände müssen gepflegt, aktualisiert, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Oft gilt es auch Besucher zu beraten, Forschungsprojekte zu unterstützen oder Führungen zu organisieren.
Frühhistoriker im Museum erarbeiten Ausstellungskonzepte, erstellen Prospekte und Pressedokumentationen, organisieren Führungen, Medienkonferenzen und Publikumsveranstaltungen. Je nach Themenfeld können sie sich auch auf die Konservierung oder Restaurierung von Fundgegenständen spezialisieren. Immer mehr Museen präsentieren ihre Sammlungen auch online. Deshalb sind Studienabsolventen/-innen mit zusätzlichen Informatikkenntnissen sehr gefragt. Für eine feste Anstellung als wissenschaftlicher Bibliothekar, Museumspädagogin oder Restaurator ist in der Regel eine berufsbegleitende Zusatzausbildung nötig.
Viele bleiben im angestammten Berufsfeld
Wie jedes Studium vermittelt auch die Archäologie und die Ur- und Frühgeschichte allgemeine Fähigkeiten und Fertigkeiten. Doch im Vergleich mit der Gesamtheit der Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen bleiben die Archäologinnen und Ur- und Frühhistoriker ihrem Studienfach oft treu: Man findet sie seltener in gänzlich fachfremden Gebieten wie zum Beispiel im privaten Dienstleistungssektor bei Banken, Versicherungen oder EDV-Firmen. Auch in der allgemeinen Verwaltung oder als Lehrer/innen sind sie nicht allzu häufig anzutreffen.
Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Konservierung, Restaurierung, ArchäologieMedien und Information
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.