Fachleute der Mikrotechnik sind Spezialisten für kleine Dimensionen. Sie verfügen über Wissen aus verschiedenen Technologiebereichen und setzen es als Projektleiter/innen in interdisziplinären Teams ein. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem bei Industrieunternehmen und zwar nicht nur in der Maschinen- und Apparatetechnik.
Mechanik, Elektronik und Informatik
Ingenieurinnen und Ingenieure der Mikrotechnik sind in drei «Welten» zu Hause: in Mechanik, Elektronik und Informatik. Sie verfügen ausserdem über Fachwissen in Bereichen wie Optik, Chemie und Materialwissenschaft. Das multidisziplinäre Wissen prädestiniert sie in der beruflichen Praxis für Aufgaben, in denen sie spezialisierte Fachleute koordinieren und führen müssen, meist als Projektleiter/innen.
Ein immer wichtiger werdender Zweig der «Mikrowissenschaften» ist die Mikroelektronik, angewandt speziell in der Informationstechnologie, für die sie Bauelemente wie Mikroprozessoren, Speicher und Verstärker realisieren. In der Forschung im Bereich der Nanotechnologie beschäftigen sie sich mit noch kleineren Dimensionen, mit Atomen und Molekülen. Was in den Labors erforscht wird, ist allerdings meist noch nicht so weit entwickelt, dass es in der Form von Produkten auf den Markt gebracht werden könnte.
Projektleitung in der Entwicklung
Eine typische Funktion von Mikrotechnikern ist die Projektleitung im Bereich der Entwicklung von Produkten. Konkret kann das bedeuten, dass eine Mikrotechnikingenieurin in einem Unternehmen der Maschinen- oder Elektroindustrie die Entwicklung eines Gerätes oder eines technischen Subsystems (Komponente eines Geräts, einer Maschine, einer Anlage) unter sich hat als Projektleiterin und Vorgesetzte einer Gruppe von Mitarbeitenden. Die Arbeit besteht dann beispielsweise darin, dass kleine und kleinste mechanische und elektrische Bausteine mit mikroelektronischen Steuersystemen kombiniert werden.
Forschung, Produktion, Marketing, Management
Ausser in der Produktentwicklung bestehen Möglichkeiten in der Forschung, in Konstruktion und Produktion, im Marketing oder im Management. Dabei ist die Tätigkeit stets stark auf ein Produkt bezogen. Ein bestimmtes mikroelektronisches Produkt wird so entwickelt, realisiert und vermarktet, dass es der Nachfrage der Kunden und dem Gebot der Effizienz möglichst optimal gerecht wird. Beispiele solcher Produktentwicklungen sind etwa Beschleunigungssysteme zur Auslösung von Airbags, Herzschrittmacher, Mobiltelefone, Chipkarten usw.
Arbeitgeber sind vor allem Industrieunternehmen
Arbeitgeber der Mikrotechnikingenieure und (der wenigen) Mikrotechnikingenieurinnen sind meist Industrieunternehmen, allerdings aus ganz verschiedenen Branchen wie Hersteller von Geräten und Apparaten aller Art (vom Minichip über die Uhr bis zum Kleinroboter), Firmen der Halbleiterindustrie, der Telekommunikation, der Medizinaltechnik, der Optik, der Biotechnologie, der Fahrzeug- und Raumfahrttechnik usw. Daneben gibt es weitere Beschäftigungsmöglichkeiten in Ingenieur- und Beratungsbüros, wo ausgelagerte Aufträge erledigt werden, in der Forschung und Lehre an Hochschulen und in selbstständigen Forschungsinstituten.
Hinzu kommen weitere Aufgabenbereiche, wie sie sich auch für andere Ingenieurberufe anbieten, so in der Logistik, in der Organisation und im Bereich der Informatik, im Patentwesen, in der Qualitätssicherung, im Personal- und Ausbildungswesen usw. Schliesslich besteht auch die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten oder sich selbstständig zu machen und in einem eigenen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen zu produzieren und zu verkaufen.
Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Elektrotechnik
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.