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Unistudium und Berufsmöglichkeiten
Geografie

Berufsmöglichkeiten nach einem Studium der Geografie

Berufsmöglichkeiten nach einem Studium der Geografie
Geografen/innen vermitteln als Generalisten zwischen Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Sie untersuchen natürliche Phänomene mit anspruchsvollen Messverfahren. Sie werten die erhobenen Daten elektronisch aus und erstellen differenzierte Karten sowie aussagekräftige Modellsimulationen. Geografen/innen arbeiten unter anderem in der Forschung, Raum- und Umweltplanung, Regionalentwicklung, bei Wetter- und Klimadiensten, in Unterricht, Entwicklungszusammenarbeit, Unternehmensberatung und in der Software-Entwicklung. Arbeitgeber ist dabei oft die öffentliche Hand - gut die Hälfte der Absolvierenden findet ihre erste Stelle entweder an einer Hochschule, in der öffentlichen Verwaltung oder an einer Schule.
 

Breites Berufsprofil

Den Geografen/innen ergeht es wie vielen anderen breit ausgebildeten Studienabsolvierenden: Ihnen fehlt oft das spezifische Berufsprofil. Wohl gibt es während des Studiums Spezialisierungsrichtungen, so wird zum Beispiel zwischen der Physischen Geografie (Studium von natürlichen Gegebenheiten wie Boden, Gesteine, Gewässer, Vegetation, Luft) und der Humangeografie (Studium des besiedelten und bewirtschafteten Raumes) unterschieden. Doch als Generalist von räumlichen Prozessen tun Geografen/innen gut daran, sich schon frühzeitig um Praktika zu bemühen und an Forschungsprojekten im In- und Ausland mitzuarbeiten.

 
Unterricht und Forschung

Etwa ein Drittel der Geografen/innen sind nach dem Studium an Schulen und Hochschulen tätig. Sie unterrichten Geografie an Schulen und an Hochschulen und etwa ein Viertel aller Absolvierenden nimmt nach Abschluss des Studiums noch ein Doktorat in Angriff. Das ist im Vergleich zu anderen Naturwissenschaften eher ein kleiner Anteil. Neben den Hochschulen wird auch an nationalen und internationalen Einrichtungen Forschung betrieben.

 
Digitale Karten am Computer

Die Arbeit mit geografischen Informationssystemen (GIS) bildet die Grundlage vieler Tätigkeitsfelder. Die geografische Informationsverarbeitung befasst sich mit der digitalen und grafischen Aufbereitung raumbezogener Daten. Dank GIS können am Computer Karten produziert werden. Diese Karten werden nach allen möglichen thematischen Aspekten gestaltet. GIS wird zum Beispiel benutzt, um ein Inventar zu erstellen, das landesweit Grösse und Standort der Trockenwiesen angibt. Oder es werden GIS-Applikationen für Gemeinden entwickelt zur Bearbeitung des digitalen Zonenplans. Die geografische Informationsverarbeitung bildet die Grundlage für die Siedlungsplanung, für Forstwirtschaft, Landschaftsplanung und Koordination der Wassernutzung und -entsorgung. Die Arbeit mit GIS kommt bei verschiedenen Arbeitgebern zum Zug, so etwa beim Bund, bei Kantonsverwaltungen, Gemeinden und privaten Auftraggebern.

 
Statistik, Modellierung und Simulation

Geografische Projekte starten mit der Erhebung oder Verarbeitung von Daten. Um Aussagen über Umweltbelastungen machen zu können, werden z. B. Schadstoffe in Luft und Boden gemessen. Diese Messungen finden Eingang in die Statistik. Mit der Statistik werden mögliche Zusammenhänge verschiedener Belastungsarten eruiert.
Mit Modellierung und Simulationen können räumliche Entwicklungen nachvollzogen und antizipiert werden. So können Landschaftsveränderungen dargestellt werden wie z. B. welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Alpenregion haben wird. Das Computermodell soll die künftige Gestalt simulieren und zeigen, wo zum Beispiel in hundert Jahren die Gletscher stehen, wo neue Seen auftauchen und Hänge und Felsen abgerutscht sind.

 
Raumplanung und Regionalentwicklung

Neben der Erhebung von Strukturdaten, der Erarbeitung von Planungsgrundlagen sowie Modellierung und Simulation sind Geografen/innen auch beratend tätig. Sie erstellen umfassende Analysen, beispielsweise so genannte Umweltverträglichkeitsprüfungen. Hier erarbeiten Geografen/innen wirtschaftsgeografische Grundlagen und zeigen Konsequenzen möglicher Entscheide auf. Für den Bau einer neuen Staumauer ist z. B. abzuklären, welche Konsequenzen die geplante Vergrösserung eines Stausees auf die Umwelt hat.
Eine grössere Wasseroberfläche und jahreszeitlich veränderte Abflussmengen wirken sich nicht nur lokal auf die Landschaft, die Ufervegetation oder die Wasserfauna aus, sondern haben möglicherweise auch weit über den begrenzten Bereich des Bauwerks hinaus spürbare Folgen.

 
Klimaforschung und Wetterdienst

Geografen/innen, die sich im Bereich der Meteorologie spezialisiert haben, erforschen die Erdatmosphäre und die Bedingungen, unter denen sich atmosphärische Strömungsformen und Luftdruckgebiete herausbilden. Dabei müssen sie auch die Wechselwirkungen mit anderen physikalischen Systemen beachten: Weltraum, Sonne, Ozean und feste Erde. Ziel ihrer Forschung ist es, die Vorgänge in der Atmosphäre zu erklären und letztlich auch vorherzusagen.
Für die Erhebung der meteorologischen Daten setzen sie unterschiedlichste Geräte ein. Die Vielfalt reicht von Thermometern und Niederschlagsmessungen am Boden über Sonden und Spektrometer an Flugzeugen und Ballonen bis hin zu Wettersatelliten. Damit messen sie z. B. die Konzentration und das Strömungsverhalten von Luftschadstoffen, stellen ihre Quellen fest und beobachten ihre Transportwege in der Atmosphäre. Die Ergebnisse können dann bei Fragen des Umweltschutzes und der Klimaforschung angewendet werden. Anhand von Karten, Statistiken, Messungen und eigenen Beobachtungen analysieren Meteorologen/innen die Wetterlage. Mit Hilfe der gewonnenen Daten werden Wetterkarten angefertigt und Wetterberichte für die Wettervorhersage erstellt. Arbeitgeber im Feld der Meteorologie können wissenschaftliche Institute, Verwaltungen und verschiedene Medien sein.
 

Grundkompetenzen fürs Projektmanagement und für weitere Bereiche

Durch das breit angelegte Studium und die Vermittlerrolle zwischen Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften bringen die Geografen/innen auch Grundkompetenzen für das Projektmanagement mit.
Ein Tätigkeitsfeld mit Zukunft eröffnet sich in der Wirtschaftsförderung und im Standortmarketing: Geografen/innen erstellen dort Konzepte und führen regionale Standort- sowie Wettbewerbsanalysen durch. Zu diesen Aufgaben gehören auch die Beratung von Unternehmen im Hinblick auf Gesetze, Finanzierungshilfen und Fördermöglichkeiten, die Durchführung von Genehmigungsverfahren und die Presse- sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Auch in weiteren Gebieten können Geografen/innen ihre Kompetenzen einsetzen, so z. B. im Tourismus, Journalismus, Information & Dokumentation, Museen, bei Umweltschutzorganisationen und in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe.
 

Tätigkeitsspektrum

Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.
Berufsfachschullehrer/in für BerufskundeDozent/in (Universität)Geograf/inHochschulassistent/inKlimatologe/-inKurator/Kuratorin UNIMarkt- und Werbeforscher/inMeteorologe/-login (U)Mitarbeiter/in in der internationalen ZusammenarbeitMittelschullehrer/in GeografieNaturwissenschaftler/in in Beratungs- und PlanungsbürosNaturwissenschaftler/in in Verbänden und OrganisationenRaumplaner/in ETHUmweltnaturwissenschaftler/inUmweltwissenschaftler/inVerbands- und Organisationssekretär/inVerkehrsingenieur/in, Verkehrsplaner/in UNIWissenschaftliche/r Journalist/inWissenschaftliche/r Mitarbeiter/inWissenschaftsredaktor/in

Porträts

Geografin als Vordenkerin in Sachen VerkehrGeografin in der ÖffentlichkeitsarbeitMeteorologin beim Schweizer Fernsehen

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Biologie, Biotechnologie und Life SciencesErdwissenschaftenGeomatikUmweltwissenschaft
 
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