Die Wissenschaft von den Arzneimitteln reicht von der Herstellung bis zum Gebrauch der Medikamente. Die breite naturwissenschaftlich-medizinische Ausbildung kann in verschiedene Bereiche führen. Etwa drei Viertel der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten arbeiten in öffentlichen Apotheken (Offizin), wenige in Spitalapotheken. Arbeitsmöglichkeiten bestehen auch in der Industrie.
Nach dem Studienabschluss: Weiterbildung und Spezialisierung
Wer in einer öffentlichen Apotheke oder in einer Spitalapotheke arbeiten will, wählt den entsprechenden Master, welcher im zweiten Jahr (Assistenzjahr) eine praktische Tätigkeit von 30 Wochen in einer Apotheke umfasst und mit der Eidgenössischen Prüfung Pharmazie abgeschlossen wird. Anschliessend besteht die Möglichkeit, sich durch ein Weiterbildungsprogramm des Schweizerischen Apothekerverbandes auf die Übernahme zusätzlicher Verantwortung, bis hin zur Leitung einer Offizin vorzubereiten.
Wer in der Forschung und Lehre tätig sein möchte, ergänzt sein Studium meistens durch ein Doktorat. Zudem können sich Pharmazeutinnen und Pharmazeuten durch verschiedene Weiterbildungen für spezialisierte Berufsfelder qualifizieren.
Offizin
Apotheker/innen in einer öffentlichen Apotheke sind verantwortlich für die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten. Das Sortiment umfasst 5000 bis 15 000 Artikel. Die Offizin ist ein Dienstleistungsbetrieb. Das setzt neben umfangreichen pharmazeutisch-medizinischen Fachkenntnissen betriebswirtschaftliches Know-how voraus. Ebenso wichtig ist ein Flair für den Umgang mit Patienten und Kundinnen sowie die Zusammenarbeit mit Ärzten und Ärztinnen.
Spitalapotheke
Grössere Kliniken führen eine Spitalapotheke. Hier sind die Apotheker/innen für die medikamentöse Versorgung der Kranken zuständig. Sie stellen u.a. Präparate her, die auf die Patienten abgestimmt sind. Die Mittel werden nach Richtlinien, die in Zusammenarbeit mit den Medizinern erarbeitet worden sind, hergestellt und angewendet.
Pharmaindustrie
Die in der chemisch-pharmazeutischen Industrie tätigen Apotheker/innen arbeiten vorwiegend in folgenden Bereichen: in der galenischen Forschung und Entwicklung, in der Produktion oder in der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung. Im Bereich Information/Dokumentation werden die aktuellen Fachbücher aufgearbeitet und Patienten- und Fachinformationen zusammengestellt. Weitere Arbeitsbereiche in der Industrie sind präklinische, klinische und Grundlagenforschung, Marketing und Verkauf sowie die Zulassung und Registrierung von Medikamenten. Intensive Kontakte und Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Chemie, Biochemie, Biologie, Biotechnologie, Medizin und Verfahrenstechnik sind die Regel.
Ämter
Der Verkehr mit Heilmitteln ist behördlich reglementiert und kontrolliert. Verschiedene eidgenössische und kantonale Ämter mit insgesamt rund 60 Pharmazeutinnen und Pharmazeuten nehmen diese Aufgabe wahr: z.B. Swissmedic (Schweizerisches Heilmittelinstitut), Kantonsapothekerämter oder das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Lehre und interdisziplinäre Berufe
Dank ihrer breiten naturwissenschaftlichen Ausbildung können Apotheker/innen auch als Dozierende an Hochschulen oder in anderen Bereichen tätig sein: z.B. Public Health (Epidemiologie, Prävention, Umwelt und Gesundheit, Gesundheitsförderung, Gesundheitspolitik), Health Administration, Wissenschaftsjournalismus oder Entwicklungszusammenarbeit.
Besondere Berufsbedingungen
Sowohl Voll- wie auch Teilzeitpensen sind möglich. Die Sparbemühungen und Liberalisierungsbestrebungen im Gesundheitswesen haben sich bisher auf die gute Beschäftigungssituation der Apotheker/innen kaum negativ ausgewirkt. Als gut ausgebildete Naturwissenschaftler/innen würden die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten aber auch ausserhalb der Offizin Arbeitsmöglichkeiten finden.
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.