Tierärztin im öffentlichen Dienst
Ich wuchs mit Tieren auf und hatte bereits im Kindergarten den Berufswunsch, Tierärztin zu werden. Meine ersten Gehversuche in diesem Beruf machte ich während des Studiums in einer Kleintierarztpraxis. Danach kehrte ich zurück an die Universität, um mich in den Bereichen kleine Heimtiere und Vögel weiterzubilden und in der Forschung zu arbeiten.Als ich mich auf eine Ausschreibung für eine Stelle als Grenztierärztin am Flughafen Zürich-Kloten bewarb hatte ich das grosse Glück, unter vielen Berwerber/innen ausgewählt zu werden. Ich arbeite gerne mit Tieren und Menschen und der persönliche Kontakt ist mir wichtig.
Mein Beruf besteht zum Teil aus Routineaufgaben aber ich erlebe als Grenztierärztin natürlich ich auch viel Spannendes und auch Trauriges. Es kommt immer wieder vor, dass ich Tierbesitzer enttäuschen muss. Dann zum Beispiel, wenn Touristen herrenlose Hunde oder Katzen von ihrem Ferienort in die Schweiz nach Hause nehmen wollten und die erforderlichen Bewilligungen oder Impfungen fehlen. Da bleibt mir oft nichts anderes übrig, als das Tier wieder zurückzuschicken, was natürlich oft auch Unverständnis mit sich zieht. Einmal versuchte ein Mann, Giftschlangen in seinem Koffer in die Schweiz zu importieren. Am Zoll wurden sie zufällig entdeckt und beschlagnahmt. In solchen Situationen entscheidet das Bundesamt für Veterinärwesen, was mit solchen Tieren geschieht. In diesem Fall wurden sie in einem Zoo untergebracht.
Zwischenfälle im Flugverkehr sind für die mitreisenden Tiere besonders problematisch. Während der Zeit, als der Flughafen Bangkok belagert wurde, wollte eine Frau mit ihrem Hund von Australien über Bangkok in die Schweiz zurückreisen. In Bangkok gab es keine Tierräume. Da haben wir von der Schweiz aus mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet, zumal die Frau sich vor lauter Aufregung verletzte und in Bangkok das Spital aufsuchen musste. Dank tierliebenden Mitarbeitern am Flughafen Bangkok, die dem Hund eine Hütte organisierten und ihn bis zum Weiterflug betreuten, nahm alles ein glückliches Ende. Die Frau und der Hund kamen wohlbehalten in Zürich an.


