Historiker/innen erforschen Personen, Ereignisse, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Politik verschiedener Zeitepochen, von den frühesten Zeugnissen von Menschen bis heute. Sie dokumentieren die Ergebnisse und stellen sie dar. Dabei bemühen sie sich, ein möglichst objektives und genaues Bild der Vergangenheit zu zeichnen. Oft spezialisieren sie sich auf einen geografischen, thematischen oder zeitlichen Bereich, beispielsweise auf Osteuropäische Geschichte, Sozialgeschichte oder Geschichte des Mittelalters.
In ihrer Forschung tragen sie Bücher und Texte aus anderen Quellen, etwa Chroniken, Urkunden, Briefen oder Zeitungen, zusammen; sie sammeln aber auch mündliche Überlieferungen, Sachfunde, Bild- und Tonträger sowie Datenbankinformationen. Sie berücksichtigen Materialien verschiedener Herkunft und erfassen, übersetzen, ordnen, katalogisieren oder archivieren sie. Sie gehen kritisch mit den Quellen um, indem sie etwa den Zweck eines Schriftstücks, politische oder wirtschaftliche Interessen der Autoren-schaft, die Authentizität oder die Distanz zum beschriebenen Ereignis einbeziehen. Quellenbedingte Kongruenzen bzw. Divergenzen beachten sie besonders und gewinnen daraus ein differenziertes Bild verschiedener Aktoren, Parteien oder Strömungen. Sie interpretieren die Befunde, erfassen historische Zusammenhänge oder erhellen historische Wurzeln der Gegenwart. Schliesslich stellen sie die Resultate dar in Form von Publikationen, aber auch Referaten, Ausstellungen, Tondokumenten oder Dokumentarfilmen.
Arbeitsorte: Archive, Bibliotheken, Universitäts- oder Forschungsinstitute, Ausstellungsräume, Schulen, seltener Denkmalpflege, historische Stätten, im Freien


